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Trend „Foraging“: Warum jetzt alle essbare Wildpflanzen in der Natur sammeln
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Wald statt Supermarkt

Trend „Foraging“: Warum jetzt alle essbare Wildpflanzen in der Natur sammeln

Zusammenfassung Immer mehr Menschen suchen in der Natur nach essbaren Pflanzen, Beeren, Nüssen und Pilzen. Dieser Trend heißt „Foraging“. In Städten nennt man es „Urban Foraging“. Beim Foraging muss man achtsam sein und darf nur so viel sammeln, wie man verbrauchen kann. In Schutzgebieten ist das Sammeln verboten. Auch geschützte Arten sind tabu. Anfänger sollten sich vorher gut über essbare Wildpflanzen informieren.

Diese Zusammenfassung wurde mit KI erstellt und menschlich kontrolliert

Immer mehr Menschen suchen in der Natur nach essbaren Wildkräutern, Beeren, Nüssen und Pilzen, um ihren Speiseplan zu bereichern. Dieser Trend wird „Foraging“ genannt. Wir sehen uns an, was es damit auf sich hat und worauf man beim Sammeln achten muss.

Was ist „Foraging“?

„Foraging“ bedeutet auf Englisch „Futtersuche“ bzw. „Nahrungssuche“ in der Natur. Menschen, die „Foraging“ betreiben, suchen auf Wiesen und in Wäldern nach essbaren Beeren, Pilzen, Nüssen, Wildkräutern und Wurzeln, um diese in ihrer heimischen Küche weiterzuverarbeiten und so ihre Ernährung zu bereichern. Auch in städtischen und stadtnahen Gebieten gibt es diesen Trend. Dort nennt sich das Ganze „Urban Foraging“.

Warum ist „Foraging“ so ein Trend?

Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Nahrungssuche in der Natur eine schlichte Notwendigkeit. Man denke nur an die prekäre Versorgungssituation mit Lebensmitteln während und nach den beiden Weltkriegen, insbesondere in den Städten. Heutzutage ist die Entscheidung für „Foraging“ der Ausdruck eines bewussten Lebensstils. In anderen Ländern und Kulturen ist es übrigens viel üblicher als hierzulande, die eigene Küche mit Wildpflanzen zu ergänzen. In Dänemark und Schweden gibt es beispielsweise den Beruf des Sammlers bzw. der Sammlerin, die Restaurants mit Wildpflanzen, Pilzen und Beeren aus der Natur beliefern.

Konkrete Zahlen, wie viele Menschen „Foraging“ betreiben, gibt es nicht. Auf dem Buchmarkt ist jedoch zu beobachten, dass gerade in den letzten Jahren zahlreiche Neuerscheinungen zu diesem Thema herauskamen. Zudem sind Angebote wie Naturführungen und Kurse, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam in der Natur Wildpflanzen sammeln, weit verbreitet. Wie ist die steigende Beliebtheit von „Foraging“ zu erklären?

Wachsende Sehnsucht nach der Natur

Eine Studie des britischen Umweltpsychologen Miles Richardson aus dem Jahr 2025 zeigte auf, dass die Verbundenheit mit der Natur in westlichen Gesellschaften seit 1800, vor allem aber bis in die 1990er-Jahre hinein, stark abgenommen hat. Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, allen voran die Urbanisierung und die zunehmende Umweltzerstörung. Dadurch wurden Naturerlebnisse im Alltag für breite Bevölkerungsgruppen immer seltener. Man muss sich nur selbst die Frage stellen: Habe ich heute schon einen Baum, das Gras oder Erde berührt?

Doch immer mehr Menschen sehnen sich wieder nach echten Begegnungen mit der Natur. Laut Yoshifumi Miyazaki, einem japanischen Autor und Forscher für Umwelt, Gesundheit und Feldforschung an der Universität Chiba, hat die Menschheit mehr als 99,99 Prozent ihrer Evolutionsgeschichte in einer natürlichen Lebensumgebung verbracht. Demnach sind alle unsere physiologischen Funktionen an die Natur angepasst. Das zeigt sich unter anderem darin, dass wir in einen Zustand körperlicher und seelischer Entspannung geraten, wenn wir uns in der Natur aufhalten. (Etwas, das sich zum Beispiel auch beim Waldbaden beobachten lässt.)

„Foraging“ ist eine besonders intensive Form der Naturbegegnung – und zwar mit allen Sinnen. Beim Sammeln bewegt man sich langsam und aufmerksam durch den Wald oder über die Wiese, berührt die Pflanzen und schmeckt ihr Aroma.

Entschleunigung und Anti-Konsum

Die Lebensmittel, die wir heutzutage im Supermarkt kaufen, sind zu einem großen Teil stark verarbeitet, genormt und oft in Plastik verpackt. „Foraging“ kann als Gegenbewegung zu dieser Industrialisierung gesehen werden – und als Sehnsucht nach Entschleunigung und mehr Saisonalität. Denn im Supermarkt ist quasi alles zu jeder Zeit erhältlich und scheint im Überfluss vorhanden zu sein. Ganz anders in der Natur, wo die Vegetation einem bestimmten Jahreszeitenzyklus folgt und wo nur das wächst, was durch die natürliche Verbreitung von Samen und Sporen gesät wurde.

Aufwertung des eigenen Speiseplans

Zudem ist der Nährstoffgehalt von Wildpflanzen oft um ein Vielfaches höher als der von kultivierten Pflanzen. Denn bei diesen ging durch die Züchtung auf hohen Ertrag, einheitliches Aussehen und Geschmack ein Teil der wertvollen Inhaltsstoffe verloren.

Wer seine Küche mit Wildpflanzen aufpeppen möchte, muss zudem immer eine gewisse Portion Spontaneität und Kreativität mitbringen. Beim „Foraging“ ist eben nie garantiert, dass man das findet, wonach man sucht. Dann gilt es, mit dem Vorhandenen zu improvisieren.

Worauf muss man beim „Foraging“ achten?

Achtsamkeit und Rücksichtnahme sind das oberste Gebot beim „Foraging“. Denn Kräuter, Früchte und Pilze dienen Insekten und Wildtieren als Nahrungsgrundlage. In Naturschutzgebieten, Nationalparks und Europaschutzgebieten (Natura 2000-Gebieten) ist das Sammeln wildwachsender Pflanzen grundsätzlich verboten. Auch auf Privatgründen kann das Sammeln untersagt sein, daher sollte man auf Hinweisschilder und Verbotstafeln achten. Zudem gilt: Finger weg von geschützten Arten! In Österreich ist der Naturschutz Aufgabe der Bundesländer. Man sollte sich daher vor dem Ausflug in Wald und Wiese in den jeweiligen Naturschutzgesetzen und Artenschutzverordnungen kundig machen, welche Pflanzen, Pilze und Früchte nicht gesammelt werden dürfen.

Eine weitere Regel beim „Foraging“ lautet: Immer nur so viel von der Natur nehmen, wie man auch verbrauchen kann. Außerdem sollte man nur an Stellen sammeln, an denen die Pflanzen reichlich vorkommen und wo keine Knappheit herrscht. Ein Bestand sollte niemals vollständig abgeerntet werden. Besser ist es, nur einzelne Blätter oder Triebe zu pflücken und den Rest stehen zu lassen, sodass die Pflanze nachwachsen kann. Pilze sollten zudem nicht ausgerissen, sondern abgeschnitten werden, da ihr unterirdisches Wurzelgeflecht, das Myzel, sonst beschädigt wird.

Gerade Anfänger im „Foraging“ sollten sich gut vorbereiten und vorab viel über Wildpflanzen und Pilze lernen. Denn man sollte nur Pflanzen sammeln, die man eindeutig als essbar identifiziert hat. Viele genießbare Wildpflanzen haben giftige Doppelgänger. Pflanzenbestimmungsbücher sind ein gutes Hilfsmittel. Aber auch bei geführten Kräuterwanderungen kann man sich viel Wissen aneignen.

Und Achtung: Nicht alle frei zugänglichen Wiesen und Wälder sind als Sammelorte geeignet. Meiden Sie Bereiche neben vielbefahrenen Straßen, in Industriegebieten, neben Bahngleisen, Golfplätzen oder konventionell bewirtschafteten Feldern, die mit Pestiziden oder Düngemitteln behandelt werden. Denn Abgase, Schwermetalle, Mikroplastik und Chemikalien können sich in Wildpflanzen anreichern. Beim „Urban Foraging“ sind aus hygienischen Gründen Bereiche wie Hundewiesen oder Parks, in denen viele Hunde Gassi geführt werden, tabu.

Buchtipps zum Thema „Foraging“

Die kleine Wildkräuter Apotheke
Wildpflanzen sammeln und verwerten im Rhythmus der Jahreszeiten
von Christine Iverson
Verlag: GU

Wald Koch Buch
Sammeln – erleben – entdecken – genießen
von Bernadette Wörndl
Verlag: Hölker

The Foraging Book
Gathering and cooking edible wild plants
von Ben Brumagne
Verlag: Lannoo

The Little Book of Foraging
Practical Advice and Handy Hints for Aspiring Foragers
von Kitty Greenbrown
Verlag: Summersdale

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