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Midlife Crisis bei Männern: Was Paaren hilft

Gemeinsam durch die Krise

Midlife Crisis bei Männern: Was Paaren hilft

Und plötzlich ist er ein anderer: Die Midlife Crisis kann sich bei Männern durch starke Stimmungsschwankungen äußern. Doch Paare können an der Krise bestenfalls sogar daran wachsen. Und zwar so:
Dass Männer manchmal wie Kinder sein können, wussten wir ja schon immer. Was die Midlife Crisis damit zu tun hat? Laut Dominik Borde gar nicht so wenig. Der Paartherapeut sagt: Diese Phase sei mit einer zweiten Pubertät vergleichbar.

Der männliche Körper verändert sich, Unzufriedenheit macht sich breit, Stimmungsschwankungen treten auf: Im Alter zwischen 40 und 55 schlägt die Midlife Crisis in der Regel zu. Mann sein, was bedeutet das dann?

Manche Betroffene verändern ganz plötzlich ihr Aussehen, gehen Hobbys nach, zu denen bisher noch keinerlei Bezug bestand. Andere sind nur noch pessimistisch. Wie in der Pubertät kann bei Männern eine Phase der Umorientierung und Rebellion eintreten. Und ja, manch Mann schaut sich dann auch nach anderen, jüngeren Frauen um.


Ursachen einer Midlife Crisis

Körperliche Veränderungen lösen die mentalen aus, sagt Beziehungscoach Dominik Borde: „Der Testosteronspiegel sinkt und es zeigen sich erste körperliche Ermüdungserscheinungen samt anderer Beschwerden.“ Angst mache Männer in der Midlife Crisis nicht zuletzt auch die Tatsache, dass sie sich ihrer Endlichkeit bewusst werden: „Sie merken: Möglicherweise werde ich nicht mehr alle Ziele erreichen.“

Ob Männer tatsächlich in eine Midlife Crisis schlittern und wie belastend sie diese Krise empfinden, hängt dabei von mehreren Faktoren ab:
 
  • Wie stark ist ihr Selbstwertgefühl?
  • Wie gut können sie sich emotional auf Veränderungen einstellen?
  • Wie zufrieden sind sie mit ihrem bisherigen Leben?
„Besonders anfällig sind Männer, die etwa nur für die Karriere leben“, sagt Borde, „ sie kann ganz plötzlich das Gefühl überkommen, sie hätten etwas versäumt.“

Wie gehe ich mit meinem Mann in der Midlife Crisis um?

Sie erkennen Ihren Partner teilweise kaum wieder? Wenn sich der Mann in einer Midlife Crisis befindet, leidet oft auch die Partnerschaft darunter. Wie sollen Partnerinnen und Partner mit einem Mann in der Krise umgehen?

„Krisen sind immer Vorboten des Wandels oder Zeichen, dass etwas nicht mehr stimmt und dass wir es verändert müssen - auch in der Partnerschaft“, sagt Entwicklungspsychologin Pasqualina Perrig-Chiello. „Daher sollten Paare Krisen als solche erkennen und sie nicht zu umgehen versuchen.“

Denn wer bei einer Midlife Crisis einfach weitermacht, als wäre nichts, riskiere, dass aus der individuellen Krise eine für die Partnerschaft wird: „Weil jeder für sich leidet und den anderen immer weniger versteht, besteht die Gefahr, dass sich das Paar zunehmend entfremdet.“

Was einer Beziehung in der Krise dann zusätzlich schadet? Den Partner kritisieren, Verachtung statt Zuneigung, nachtragend sein und „mauern“, also sich anschweigen. Also alles, was generell Gift für eine Partnerschaft ist.

Doch Expertin Perrig-Chiello sieht in Beziehungskrisen auch eine große Chance: „Paare können die ihre Bedürfnisse kennenlernen, neu bewerten und sich als Paar neu erfinden. Vorausgesetzt, es setzt sich wertschätzend und respektvoll mit der Krise auseinander.“


4 Tipps, um die Midlife Crisis als Paar gemeinsam durchzustehen

1. Eine Balance zwischen Gemeinsamkeit und Abgrenzung finden
Sich abgrenzen ist wichtig, damit Sie nicht von den negativen Emotionen des Partners mitgerissen werden.
 
2. Die gemeinsame Entwicklung im Auge behalten
konkret: Trotz allem, Gemeinsamkeiten pflegen, die beiden Freude bereiten. Weiterhin Interesse am Partner zeigen.
 
3. Sich gegenseitig Freiräume gestatten
Keine Angst vor Veränderungen haben, offen für Neues sein - und damit einhergehende Wachstumsschmerzen auch mal aushalten.
 
4. Positive Emotionen und Erinnerungen austauschen
Sich etwa fragen: „Wie war er, als wir uns kennenlernten? Als wir verliebt waren?“ 

Wer es als Paar schafft, sich gemeinsam durch eine Midlife Crisis zu navigieren, profitiert am Ende: „Die Angst annehmen und über Probleme zu sprechen, kann in einer Beziehung die Überleitung zu mehr Nähe und Tiefe sein.“, sagt Dominik Borde. Wer das eigene Ego bewusst gehen lässt und die neuen Qualitäten, die damit ins Leben kommen begrüßt, fühlt sich auch noch länger jung.