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Darmgesundheit: So stärken wir unser Immunsystem

70 Prozent aller Immunzellen befinden sich im Darm. Der Darm ist also unser wichtigstes Organ im Immunsystem – und so können wir ihn unterstützen.

Eine gesunde Darmflora ist wichtig, weil sie für unsere Gesundheit (mit)verantwortlich ist: Viele Krankheiten hängen mit dem Darm zusammen, wie auch viele Aktivitäten im Körper. Botenstoffe fürs Gehirn zum Beispiel werden im Darm erzeugt, allen voran: Das Glückshormon Serotonin, das für unsere gute Stimmung zuständig ist.

Die Mikroben im Darm sind auch auf der Haut zu finden und auf den Schleimhäuten. Sie bilden das Mikrobiom und arbeiten in Symbiose zusammen. Was aber, wenn das Immunsystem im Darm gestört wird – und wie können wir es unterstützen? Theresia Harrer-Vitzthum, Obfrau und Gründer-Vorstandsmitglied des TEH-Vereins (Traditionelle Europäische Heilkunde), gibt Tipps.

6 Fragen und Antworten zu Darm und Immunsystem

  1. Können wir erkennen, ob das Mikrobiom im Darm gesund ist?

    Darmentzündungen können darauf hinweisen, dass das Mikrobiom gestört ist, etwa bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder allergischen Reaktionen, aber auch durch Nesseln oder Schwellung der Lippen sowie Durchfall und/oder Verstopfung. Auch auf der Haut erkennt man ein aus dem Gleichgewicht geratenes Mikrobiom: durch Akne. Depressive Verstimmungen können ebenfalls ein Anzeichen für ein gestörtes Mikrobiom sein.

    Denn die Darmflora ist sehr vielfältig und spielt eine sehr wichtige Rolle für unser Wohlbefinden und unseren Körper – im Gehirn und in anderen Organen. „Bauchgefühl sagte man früher, heute weiß man, dass die Verbindung zwischen Darm und Gehirn tatsächlich sehr eng ist“, sagt Expertin Harrer-Vitzthum.

  2. Macht ein gesunder Darm eine gesunde Psyche?

    Etwa 90 Prozent des Serotonins, das der Körper produziert und als Glückhormon gilt, wird im Darm erzeugt. Ist der Darm entzündet ist, konzentriert sich der Körper darauf, die Entzündung zu bekämpfen und produziert weniger Serotonin. Wenn wir falsch essen und unser Körper schwer mit der Verdauung beschäftigt ist, produziert er auch weniger Serotonin – und unsere Stimmungslage kippt ins Unglückliche. Muss unser Körper hingegen häufig Erreger und schlechte Bakterien bekämpfen, produziert er viel vom Stresshormon Cortisol. Dann fühlen wir uns eher gestresst.

  3. Welche Ernährung unterstützt das Immunsystem im Darm?

    Fermentierte Lebensmittel verdrängen krankmachende Bakterien in der Schleimhaut, sind also die erste Wahl bei der Immununterstützung. Aber auch Obst und Gemüse sind gut für uns. Grundsätzlich ist gute Ernährung nicht schwer, Mischkost lautet das Zauberwort. Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, hat in der Regel ein gesundes Mikrobiom.

    Ist der Körper aber schon krank oder geschwächt, können Nahrungsergänzungsmittel helfen. Bei Eisenmangel helfen beispielsweise auch viele Kräuter, etwa Brennnesseltee. „Ein sehr gutes Hausmittel ist Apfelessig. Machen Sie sich in der Früh ein Glas Essigwasser: Zwei Esslöffel Essig in ein Glas geben und mit Wasser auffüllen. Das ist sehr gut für die Darmflora.“ Auch Oxymel unterstützt den Darm.

    Bei Fetten achten Sie darauf gesunde Fette aufzunehmen: Olivenöl und Haselnussöl sind zum Beispiel gut verträglich. Es muss übrigens nicht unbedingt pflanzliches Fett sein, sagt Harrer-Vitzthum: „Tierische Fette sind nicht nur negativ für uns. Es hängt immer davon ab, wie die Tiere gezüchtet werden.“ Werden viele Antibiotika gegeben, wie oft in der Massentierhaltung, ist das auch für uns nicht gesund.

  1. Welche Nahrungsmittel oder Inhaltsstoffe können eine gesunde Darmflora schwächen?

    Der schlimmste Feind des Mikrobioms: Antibiotikum. „Es dauert sehr lange, bis sich der Darm von Antibiotika erholt. Bei manchen dauert es einen Monat, bei vielen auch mehrere Monate“, sagt die Obfrau des TEH-Vereins. Denn Antibiotikum tötet nicht nur schlechte, sondern auch gute Bakterien.

    Wer auf Kohlenhydrate verzichtet, tut seinem Mikrobiom auch nichts Gutes: Das führt zu fehlenden Ballaststoffen – doch die Mikroben brauchen Ballaststoffe! Nur eine ausgewogene Mischkost garantiert, dass die Vielfalt der guten Bakterien gesichert ist. „Fertigprodukte zum Beispiel werden oft so hergestellt, dass Ballaststoffe fehlen, deshalb sind sie schlecht.“

  2. Kann ein schwaches Immunsystem Allergien oder Unverträglichkeiten hervorrufen?

    Auf alle Fälle gibt es eine Wechselwirkung, sagt Expertin Harrer-Vitzhum. „Es spielt auch eine Rolle, ob man Stress hat oder nicht, und wie man sein Leben grundsätzlich führt: Hat man zum Beispiel Ruhe beim Essen, kaut man gründlich, macht man Sport und pflegt seinen Körper bakterienfreundlich.“

    Bakterienfreundliche Körperpflege heißt: Nicht immer und überall Desinfektionsmittel benutzen, das zerstört nämlich nicht nur das Mikrobiom, sondern kann auch Allergien auslösen. Im häuslichen Bereich sei das der TEH-Obfrau zufolge auch nicht nötig. Stattdessen sollten Sie sich lieber einmal mehr die Hände waschen.

  3. Immunsystem stärken über den Darm: Was müssen Lebensmittelallergiker beachten?

    Eine Intoleranz lässt sich positiv beeinflussen, indem wir dem Darm immer wieder Gutes zuführen und zugleich die Reizstoffe vermeiden. Solange man nicht mehrere Allergien und Intoleranzen zugleich hat (was selten vorkommt), kann man sich dennoch wertvoll und abwechslungsreich ernähren.

    Denn viele Nahrungsmittel lassen sich gut austauschen oder ersetzen, genauso machen es Vegetarier und Veganer ja auch. Am wichtigsten ist es, dass Sie sich selber gut beobachten und Ihrem Körper zuhören: „Wenn sich ein Lebensmittel wirklich nicht gut anfühlt, lassen Sie es weg.“

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