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Eisenmangel bei Frauen ist sehr verbreitet: Das empfiehlt eine Gynäkologin
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Frauengesundheit

Eisenmangel bei Frauen ist sehr verbreitet: Das empfiehlt eine Gynäkologin

Zusammenfassung Eisen ist wichtig für den Sauerstofftransport im Körper und die Energieproduktion in Zellen. Ein Mangel zeigt sich durch Symptome wie Blässe, Herzklopfen oder Haarverlust. Eisenmangel kann zu Müdigkeit und Konzentrationsproblemen führen. Besonders Frauen sind betroffen. Die Ursache ist oft Blutverlust aufgrund der Menstruation. Um einen Eisenmangel festzustellen, gibt es verschiedene Blutwerte. Risikogruppen für Eisenmangel sind unter anderem Frauen vor der Menopause, Schwangere, Veganer und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen. Eisenmangel kann mit Nahrungsergänzungsmitteln oder Infusionen behandelt werden. Ernährung mit eisenreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse ist wichtig. Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme.

Diese Zusammenfassung wurde mit KI erstellt und menschlich kontrolliert

Wenn dem Körper sprichwörtlich die Energie ausgeht, kann ein Eisenmangeldahinterstecken. Bei Frauen ist dieser oft auf den Blutverlust durch die Menstruation zurückzuführen. Die Gynäkologin Dr. Eva Lunzer-Mühl beantwortet die wichtigsten Fragen zu Eisenmangel bei Frauen und erläutert die Rolle von Eisen bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft.

Dr. Eva Lunzer-Mühl ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe mit eigener Ordination in Salzburg.

Warum braucht unser Körper Eisen?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zählt Eisen zu den lebensnotwendigen Spurenelementen, die vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Der Großteil des Eisens im Körper befindet sich im Hämoglobin der roten Blutkörperchen. Es gibt aber auch Eisenspeicher in der Leber, der Milz und dem Knochenmark. Zudem kommt Eisen im Myoglobin, dem roten Muskelfarbstoff, vor.

„Die Aufgabe des Hämoglobins ist es, Sauerstoff von der Lunge zu unseren Organen und Muskeln zu transportieren. Fehlt Eisen, funktioniert diese Versorgung zunehmend schlechter“, erklärt Dr. Lunzer-Mühl. Zudem wird Eisen für die Energieproduktion in den Zellen, die Leistungsfähigkeit der Muskeln, für das Immunsystem und verschiedene Stoffwechselprozesse gebraucht. So ist Eisen unter anderem wichtig für die DNA-Synthese und den Stoffwechsel der Vitamine A, D und K.

Wie erkennt man einen Eisenmangel?

„Die Beschwerden bei Eisenmangel entwickeln sich häufig schleichend und sind nicht immer eindeutig“, sagt die Expertin. Müdigkeit, eine verminderte Belastbarkeit oder Konzentrationsprobleme werden manchmal auch auf andere Gründe geschoben, etwa einen anstrengenden Familienalltag mit kleinen Kindern, zu viel „Mental Load“ oder Schlafmangel.

Folgende Symptome sind typisch bei Eisenmangel:

  • ungewöhnliche oder anhaltende Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme und „Brain Fog“
  • geringere körperliche Belastbarkeit
  • Kopfschmerzen oder Schwindel
  • Herzklopfen oder Kurzatmigkeit bei Belastung
  • Blässe
  • Haarausfall und brüchige Nägel
  • eingerissene Mundwinkel
  • unruhige Beine, besonders abends
  • eine erhöhte Infektanfälligkeit

Welche Blutwerte zeigen einen Eisenmangel an?

Der Serum-Eisenwert gibt die aktuelle Menge an Eisen an, das im Blut zirkuliert – entweder in ungebundener Form oder gebunden an Transportproteine. „Der Serum-Eisenwert allein ist allerdings wenig aussagekräftig, da er stark schwankt“, erklärt Dr. Lunzer-Mühl. „Ein einzelner Wert sollte daher niemals isoliert beurteilt werden. Auch Referenzbereiche können sich je nach Labor unterscheiden.“

Der wichtigste Speicherwert für Eisen ist das Ferritin. Er zeigt an, wie gut die Eisenvorräte des Körpers gefüllt sind. Bei gesunden Erwachsenen gilt ein Ferritinwert unter 15 µg/l nach WHO-Kriterien als Hinweis auf leere Eisenspeicher. Viele Fachleute beurteilen bei Beschwerden jedoch bereits Werte unter etwa 30 µg/l als zu niedrig. „Die genaue Einordnung hängt von den Symptomen, den Laborwerten und der individuellen Situation ab“, betont die Gynäkologin.

Ferritin kann bei Entzündungen, Infekten oder bestimmten chronischen Erkrankungen ansteigen. „Ein scheinbar normaler Wert kann deshalb einen Mangel verschleiern“, warnt die Expertin. Bei entzündlichen Erkrankungen kann laut WHO bereits ein Ferritinwert unter 70 µg/l mit Eisenmangel vereinbar sein.

Neben dem Ferritin betrachtet man daher auch andere Blutwerte:

  • Hämoglobin (Hb) zeigt an, ob bereits eine Blutarmut (Anämie) besteht. „Bei nicht schwangeren Frauen spricht die WHO bei weniger als 12 g/dl von einer Anämie. In der Schwangerschaft liegt der Grenzwert grundsätzlich niedriger und hängt auch vom Schwangerschaftsabschnitt ab“, erklärt die Gynäkologin.
  • Das mittlere kardiovaskuläre Volumen (MCV) und der mittlere korpuskuläre Hämoglobingehalt (MCH) beschreiben die Größe bzw. den Hämoglobin-Gehalt der roten Blutkörperchen. Bei einem länger bestehenden Eisenmangel sind beide Werte häufig erniedrigt.
  • Die Transferrinsättigung zeigt an, wie viel des Transportproteins Transferrin tatsächlich mit Eisen beladen ist. Eine niedrige Sättigung unterstützt die Diagnose.
  • C-reaktives Protein (CRP) ist der wichtigste Laborwert im Blut zur Erkennung von Entzündungen. Diese könnten den Ferritinwert verfälschen.

Eisenmangel vs. Eisenmangelanämie

„Bei einem Eisenmangel sind zunächst die Eisenspeicher reduziert. Eine Eisenmangelanämie entsteht erst später, wenn der Körper nicht mehr genügend Hämoglobin und rote Blutkörperchen bilden kann“, erklärt die Gynäkologin. „Ein unauffälliges Blutbild schließt einen frühen Eisenmangel jedoch nicht aus.“ Deshalb ist es möglich, bereits Beschwerden zu haben, obwohl der Hämoglobinwert noch im Normalbereich liegt.

Bei einer ausgeprägten Eisenmangelanämie können Symptome wie Atemnot, Herzrasen, starke Schwäche oder Kreislaufprobleme auftreten. „Solche Beschwerden sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden“, mahnt die Gynäkologin.

Welche Ursachen hat Eisenmangel?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zählen Säuglinge, Kinder und Jugendliche, Frauen vor der Menopause, Schwangere, Leistungssportlerinnen und -sportler sowie Personen, die häufig Blut spenden, zu den Risikogruppen. Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, sollten besonders auf einen ausgewogenen Speiseplan und eine ausreichende Nährstoffzufuhr achten. Chronisch-entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen (zum Beispiel Morbus Crohn oder Zöliakie) können dazu führen, dass Nährstoffe nicht ausreichend vom Verdauungstrakt aufgenommen werden. Auch nach Operationen am Magen oder Darm kann die Eisenaufnahme vermindert sein. Bei chronischen Entzündungen (zum Beispiel chronischen Nieren-, Darm- und Lungenerkrankungen), Krebs und Adipositas kann die Freisetzung von gespeichertem Eisen aus dem Körpergewebe in den Blutkreislauf gestört sein. Dann spricht man von einem funktionellen Eisenmangel. Ein Eisenmangel kann auch durch Blutverlust bei Unfällen oder Geburten sowie durch unbemerkte Blutverluste im Magen-Darm-Bereich verursacht werden.

„Bei wiederkehrendem Eisenmangel sollte nicht nur Eisen ersetzt, sondern immer auch die Ursache geklärt werden“, betont Dr. Lunzer-Mühl.

Eisenmangel bei Frauen

„Bei menstruierenden Frauen ist der regelmäßige Blutverlust eine der häufigsten Ursachen für Eisenmangel“, sagt die Gynäkologin. Besonders gefährdet sind Frauen und Mädchen mit sehr langen oder starken Monatsblutungen. Denn mit jedem Milliliter Blut geht auch Eisen verloren. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist der Eisenbedarf ebenfalls deutlich erhöht.

Ab wann spricht man von einer zu starken Periode?

Bei einer Hypermenorrhoe liegt eine abnorm starke Regelblutung vor. Doch was ist eigentlich zu viel Blut und was noch normal? Und wie lässt sich die Blutmenge überhaupt feststellen? „Im Alltag muss niemand die Blutmenge auf den Milliliter genau messen“, erklärt Dr. Lunzer-Mühl. „Entscheidend ist, wie sehr die Blutung das Leben beeinträchtigt. Medizinisch gilt eine Menstruation als stark, wenn der Blutverlust körperliche, soziale oder berufliche Aktivitäten einschränkt.“

Typische Hinweise für eine starke Regelblutung sind:

  • Die Binde oder der Tampon müssen bereits nach ein bis zwei Stunden gewechselt werden.
  • Zwei Menstruationsprodukte müssen gleichzeitig verwendet werden, also zum Beispiel zusätzlich zur Menstruationstasse noch eine Binde.
  • Die Blutung dauert länger als sieben Tage.
  • Es gehen größere Blutklumpen ab.
  • Kleidung oder Bettwäsche werden trotz Periodenschutz durchgeblutet.
  • Sport, Arbeit oder andere Aktivitäten werden wegen der Blutung vermieden.
  • Während oder nach der Periode treten starke Müdigkeit, Schwindel oder Atemnot auf.

„Eine sehr starke Periode ist nichts, was eine Frau einfach aushalten muss“, betont die Gynäkologin. „Dahinter können beispielsweise hormonelle Störungen, Myome, Polypen, Adenomyose oder seltener eine Gerinnungsstörung stecken.“ Daher sollten Mädchen und Frauen mit Beschwerden die Ursache gynäkologisch abklären und behandeln lassen.

Eisen bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft

Eine ausreichende Eisenzufuhr ist bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft sehr wichtig. „Ein Eisenmangel verhindert zwar nicht automatisch eine Schwangerschaft. Für den Körper ist es aber deutlich günstiger, mit gut gefüllten Speichern zu starten“, erklärt die Gynäkologin.

Idealerweise werden die Eisenspeicher bereits vor einer Schwangerschaft überprüft, insbesondere bei starker Menstruation, veganer oder vegetarischer Ernährung, früherem Eisenmangel oder ausgeprägter Müdigkeit. Während der Schwangerschaft wird das Blutbild regelmäßig kontrolliert. „Bei erhöhtem Risiko oder auffälligem Hämoglobinwert sollte zusätzlich der Ferritinwert bestimmt werden“, weiß die Expertin.

Denn während der Schwangerschaft steigt der Eisenbedarf, da mehr Blut gebildet werden muss, um die Plazenta und das Baby zu versorgen. Laut der Österreichischen Ärztezeitung spielt Eisen eine wichtige Rolle für das Wachstum und die Entwicklung des Zentralnervensystems sowie der Gehirnfunktionen des Ungeborenen. Ein Eisenmangel, mit oder ohne Anämie, erhöht außerdem das Risiko für Frühgeburten, für ein geringes Geburtsgewicht und die peri- und neonatale Sterblichkeit. Der Eisenstatus beeinflusst auch das Stillen und die Menge der Muttermilch. Denn Muttermilch wird aus Blut gebildet. Bei einer Eisenmangelanämie kann die Milchmenge reduziert sein.

Eisenpräparate sollten jedoch nicht wahllos auf eigene Faust hochdosiert eingenommen werden. „Dosis, Präparat und Therapiedauer gehören mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt“, betont die Gynäkologin.

Mehr Infos zu Eisenmangel bei Säuglingen finden Sie in unserem Beitrag „Beikoststart ohne Stress: Eine Expertin beantwortet die wichtigsten Fragen“.

Wie kann man Eisenmangel behandeln?

Eiseninfusionen und Eisenpräparate

Wann kann ein Eisenmangel mit Nahrungsergänzungsmitteln behandelt werden und wann ist eine Eiseninfusion erforderlich? „Bei einem leichten bis mäßigen Eisenmangel ist Eisen zum Einnehmen meist die erste Wahl“, weiß die Expertin. „Entscheidend ist, dass es sich um ein geeignetes Präparat mit einer therapeutisch ausreichenden Menge an elementarem Eisen handelt. Ein gewöhnliches Multivitaminpräparat reicht zur Behandlung eines echten Mangels meist nicht aus.“

Eisentabletten werden jedoch nicht von allen Menschen gut vertragen. Sie können Übelkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall verursachen. Eine dunkle Färbung des Stuhls ist dagegen meist harmlos. „Welche Dosierung und welcher Einnahmerhythmus sinnvoll sind, sollte individuell festgelegt werden“, sagt Dr. Lunzer-Mühl.

Eine intravenöse Eiseninfusion ist vor allem dann sinnvoll, wenn:

  • orale Präparate trotz Anpassung nicht vertragen werden,
  • Eisen über den Darm nicht ausreichend aufgenommen wird,
  • ein deutlicher Mangel rasch ausgeglichen werden muss,
  • eine ausgeprägte Anämie besteht,
  • weiterhin relevante Blutverluste auftreten oder
  • die Behandlung mit Tabletten nicht ausreichend wirkt.


„Eine Infusion ist allerdings keine Wellnessbehandlung gegen unspezifische Müdigkeit“, betont die Gynäkologin. „Sie sollte nur nach gesicherter Diagnose, Berechnung des Eisenbedarfs und einer ärztlichen Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.“ Auch nach der erfolgreichen Behandlung muss geklärt werden, weshalb der Mangel entstanden ist – sonst sind die Speicher bald wieder leer.

Eisenreiche Ernährung

Eisen kann nicht vom Körper selbst hergestellt werden. Es muss daher regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) kann der Körper Eisen aus tierischen Quellen besser verwerten als aus pflanzlichen. Daher gilt Eisen bei einer vegetarischen oder veganen Ernährungsweise als kritischer Nährstoff. Eine diätologische Beratung ist daher empfehlenswert. Wer seine pflanzlichen Eisenquellen jedoch gut auswählt, kann eine vergleichbare oder mitunter sogar höhere Eisenzufuhr erreichen als omnivore Personen.

Gute Eisenquellen sind Vollkornprodukte, Fleisch (insbesondere Innereien wie Leber und Nieren), Hülsenfrüchte (z.B. Linsen, Bohnen und Erbsen), grünes Blattgemüse (z.B. Spinat und Feldsalat) sowie Nüsse und Kerne (z.B. Kürbiskerne und Cashewnüsse). Auch Eierschwammerl und Bitterschokolade haben einen hohen Eisengehalt, sollten jedoch nicht in größeren Mengen verzehrt werden. Vitamin C verbessert die Aufnahme von Eisen, während bestimmte Pflanzenbestandteile, die sogenannten Polyphenole (z.B. in Kaffee und schwarzem Tee) die Eisenaufnahme hemmen.

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